EINBRUCHSCHUTZ

Der Einbruch im eigenen Haus ist immer mit Aufregung und oft mit hohen Verlusten verbunden. Es ist schlimm genug, Wertgegenstände zu verlieren, die durch eine Versicherung abgedeckt sind, aber noch schlimmer ist, wenn unersetzbare Stücke mit Erinnerungswert gestohlen werden. Manchmal ist nicht einmal der Verlust der härteste Schlag bei einem Einbruch. Sie können ein Opfer von Einbrechern werden, die Möbel zertrümmern, Polster aufschlitzen, Speisen und Getränke im Haus verschütten und die Wände beschmieren. Eine solche Tat kann auch auf die ausgeglichenste Person katastrophale Auswirkungen haben.

Sie glauben vielleicht, dass sich bei Ihnen kein Einbruch lohnt. Aber ein Dieb merkt das erst, wenn er bei Ihnen eingebrochen hat, und dann kann sein Ärger und seine Frustration darüber, dass er nichts Wertvolles findet, in Vandalismus ausarten.

Um Ihr Haus vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen, können Sie zwei Dinge tun. Zum einen sollten sie lediglich ein paar ganz einfache Verhaltensmaßregeln beachten – etwa Türen abschließen, wenn Sie das Haus verlassen, Briefkasten leeren lassen, wenn Sie länger weg sind, Fenster schließen, wenn das Haus leer ist, Lichter und ein Radio anlassen, wenn Sie abends weggehen. Zum anderen sollten Sie Ihr Haus durch zusätzliche Vorrichtungen sichern, etwa Schlösser an Fenstern und Türen, Alarmsysteme und Fenstergitter. Wenn Sie diese Richtlinien beachten, wird das Risiko eines Einbruchs deutlich verringert.

 

Kaum ein anderes Thema wird in der Öffentlichkeit so emotional diskutiert wie das Thema Sicherheit. Objektive Sicherheitslage und vor allem Sicherheitsgefühl unserer Bürger bestimmen entscheidend darüber mit, ob das Leben in Stadt und Land lebenswert ist. Mit diesem Handout präsentieren wir Ihnen in kompakter Form die Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 für Mannheim, Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis.

Wenn wir uns die Kriminalitätsentwicklung in ihrer Gänze betrachten, stelle ich fest, dass die Tendenz nach unten zeigt. Das ist eine gute Tendenz. Die Delikte sind um 1,1 % auf 73.991 Straftaten gesunken. Das sind 847 Straftaten weniger als im Jahr zuvor. Ohne Verstöße gegen ausländerrechtliche Aufent-haltsbestimmungen wäre der Rückgang noch deutlicher ausgefallen. Gleichzeitig ist es uns gelungen, die Aufklärungsquote auf einen neuen Höchstwert von 59,5% zu steigern.

Um die Sicherheitslage bewerten zu können, ist es notwendig, die Kriminalstatistik differenziert zu be-trachten. Starke Rückgänge verzeichnen wir bei den Wohnungseinbrüchen und der Straßenkriminalität. Beide Deliktsfelder befinden sich derzeit auf einem Zehnjahrestief.

Anstiege stellen wir dagegen bei Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum und bei Betrugsdelikten durch angebliche Polizeibeamte fest. Opfer dieser „Falschen Polizeibeamten“ sind zumeist ältere Mit-menschen, die von den Tätern so geschickt manipuliert werden, dass sie „freiwillig“ hohe Geldbeträge oder Wertsachen übergeben. Auch wenn nur ein geringer Prozentsatz, nämlich 1,5 % oder in Zahlen, 22 Fälle von insgesamt 1.454 Fällen erfolgreich waren, verursachten die Betrüger im Jahr 2018 einen Scha-den von knapp 760.000.- Euro. Meist ruft dies bei den Opfern neben Wut und Schamgefühl Angst und Verunsicherung hervor, und das dauerhaft. Es ist gut zu wissen, dass einzelne Täter, die Teil eines Ban-denkonstrukts waren, bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Große Sorge bereitet mir die nochmals um 11,3 % angestiegene Gewalt gegen Polizeibeamte. In 491 Fällen wurden 284 meiner Kollegen bei der Ausübung ihres Dienstes verletzt, drei von ihnen schwer. Gewalt ist kennzeichnend dafür, wie eine Gesellschaft funktioniert, insbesondere im Kontext mit den Re-präsentanten des Staates. Es ist deshalb nicht hinnehmbar, dass Respektlosigkeiten und Grenzüber-schreitungen bis hin zu Widerständen und tätlichen Angriffen auf meine Kolleginnen und Kollegen weiter zunehmen. Seit März dieses Jahres haben wir Bodycams flächendeckend im Einsatz. Neben konsequen-tem Einschreiten und konfliktminimierender Kommunikation, verspreche ich mir davon einen signifikanten Rückgang der Übergriffe.

Seit Mitte November 2018 haben wir mit der Videoüberwachung an ausgewählten Brennpunkten in Mannheim begonnen. Die ersten Ergebnisse nach nunmehr vier Monaten zeigen einen guten Einstieg in die Praxis. Unser Versprechen, dass die Polizei schnell kommt, wenn sie gebraucht wird, konnten wir hal-ten. Die durchschnittliche Interventionszeit von zweieinhalb Minuten vom Erkennen eines Vorfalls am Bildschirm bis zum Eintreffen der ersten Streife vor Ort stimmt mich hoffnungsvoll, dass die Videoüber-wachung, wie gedacht, hervorragend funktioniert.

Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2018 Polizeipräsidium Mannheim 5

Zum Abschluss ist es mir ein außerordentliches Bedürfnis, mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen zu bedanken. Mit ihrem vorbildlichen Engagement und ihrer professionellen Arbeit, zum Teil bis über die Be-lastungsgrenze hinaus, haben sie große Erfolge erzielt und maßgeblich zur Sicherheit in der Region bei-getragen.

In meinen Dank miteinbeziehen möchte ich alle Bürgerinnen und Bürger. Ohne sie wäre so manche Straftat nicht aufgeklärt worden. Und ohne ihre Hilfsbereitschaft wären viele Straftaten nicht verhindert und Personen vor körperlichen Schäden bewahrt worden. „Beistehen statt rumstehen“, eines unserer Präventionsprojekte, ist unsere Art, Dankeschön zu sagen und Mitmenschen für ihr gesellschaftliches Engagement zu ehren.

Zu guter Letzt möchte mich von Ihnen verabschieden. Dies ist meine letzte Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik als Polizeipräsident. Mit Ablauf des Monats April gehe ich in den Ruhestand. Als gebürti-ger Düsseldorfer habe ich Mannheim, Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis als eine der lebens- und liebenswertesten Regionen überhaupt kennen gelernt. Es war mir stets eine Freude und Ehre, in dieser Region über mehr als 37 Jahre hinweg, in den letzten fünf Jahren als Polizeipräsident, meinen Dienst leisten zu dürfen.

Mit den besten Wünschen für eine gedeihliche Zukunft !

Ihr

Thomas Köber

 

Quelle : Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2018 Polizeipräsidium Mannheim

 

 

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Einbrüche im Jahr 2017 in Deutschland

ÜMA/EMA

Die Abkürzung bedeutet „Überfallmeldeanlage“ bzw. „Einbruchmeldeanlage“. So nennen die Fachleute Alarmanlagen, über die im Fall eines Einbruchs automatisch Sicherheitskräfte wie Wach- und Sicherheitsunternehmen oder die Polizei alarmiert werden.

DIN V ENV 1627

Das ist die europäische Norm, in der die Anforderungen an Fenster, Türen und Rollläden in Bezug auf die Einbruchhemmung zusammengestellt sind und eine Klassifizierung vorgenommen wird. 

Widerstandsklasse (resistance class)

Je höher die Widerstandsklasse, desto größer ist die einbruchhemmende Wirkung für Fenster und Türen. Die Widerstandsklassen (resistance classes) reichen von RC 1 bis RC 6. Für Privathaushalte werden Fenster und Türen der RC 2 (N) empfohlen.

Einsteckschloss

Das ist der größere Teil eines Schlosses, der in die Schmalseite des Türblatts geschoben und dort verschraubt wird. Hier sollten Modelle ab der Klasse 4 nach der DIN 18251 eingesetzt werden.

Profilzylinder / Schließzylinder

Das ist der kleinere Teil des Schlosses, der in das Einsteckschloss geschoben und dort mit Hilfe einer langen Schraube befestigt wird. Den Haus- oder Wohnungsschlüssel steckt man zum Auf- und Abschließen in den Profilzylinder. 

Schutzbeschlag

Ein Schutzbeschlag wird vorn und hinten bündig auf das Türschloss montiert, damit Einbrechern der Zugang zum Schließzylinder erschwert wird.

Türblatt

Darunter versteht der Fachmann das, was man umgangssprachlich die „Tür“ nennt. Eine 4 cm dicke Vollholztür ist beispielsweise aus sicherheitstechnischer Sicht eine gute Lösung. 

Türband

Damit ist das Metallband gemeint, das in der Schmalseite der Tür eingelassen ist. Spezielle Sicherungen wie zum Beispiel Hintergreifhaken erschweren den Einbrechern das Aufhebeln der Tür an der linken Seite. 

Zargen

Das ist eine andere Bezeichnung für die Türrahmen.

Querriegelschloss

Ein massives Metallband auf der Außenseite der Tür, dessen Schließkästen rechts und links fest im Mauerwerk verankert sind. Die Querverriegelung wird mit einem Schloss in der Mitte des Querriegels ge- und entsichert.

Sperrbügel

Diese innen am Türschloss angebrachten Bügel stellen eine Türspaltsperre da. Sie erlauben es, die Tür nur einen Spalt breit zu öffnen, um sich über die Absichten der Personen vor der Tür klar zu werden. So muss man nicht fürchten, dass durch das Herunterdrücken der Türklinke die Tür sofort ganz von außen aufgestoßen werden kann.

Getriebe (Fenster)

Das Getriebe ist ein Bestandteil des Fensterbeschlages. Durch die Bewegung des Fenstergriffs öffnet oder schließt es das Fenster.

Ecklager

Das Ecklager trägt das Gewicht des Fensterflügels.

Schere

Die Schere bildet, in Verbindung mit dem Ecklager, die Drehachse eines Fensters. Durch sie lässt sich ein Fenster drehen (also öffnen) oder kippen. 

Mechanische Sicherung

Grundsätzlich gilt beim Thema Einbruchschutz: Mechanik kommt vor Elektronik. Das bedeutet, dass man zunächst für eine gute mechanische Sicherung etwa von Türen und Fenstern sorgen sollte, damit Einbrecher gar nicht erst ins Haus oder in die Wohnung gelangen können. Elektronische Lösungen wie Einbruchmeldeanlagen können dies allein in der Regel nicht verhindern – sie machen nur als zusätzliche Sicherungsmaßnahmen Sinn!

Gefährdet sind alle Bereiche, über die ein Einbrecher schnell ins Haus gelangen kann, das heißt: Die Haus- bzw. Wohnungstür, Nebeneingangs- oder Kellertüren, Garagentore sowie Kellerfenster, Fenster im Erdgeschoss, Terrassentüren oder ggf. Balkontüren.

Schutz nur bei geprüfter Qualität!

Für welche Sicherungsmaßnahmen Sie sich auch entscheiden: Sie sollten die Arbeiten prinzipiell nur von seriösen und erfahrenen Fachfirmen durchführen lassen, die ausschließlich zertifizierte und geprüfte Bauteile verwenden. Auch die Polizeilichen Beratungsstellen können Ihnen bei der Auswahl behilflich sein.

Resistance Classes (RC)

In der DIN-Norm EN 1627 werden Fenster- und Türelemente in sechs Resistance Classes (RC, vormals Widerstandsklassen (WK)) unterteilt. Ab der Resistance Class 2 erreicht man in der Regel einen guten Schutz vor Gelegenheitstätern. Bei höheren zu schützenden Werten kann aber auch im Privatbereich die RC 3 Sinn machen. Bei DIN-geprüften Fenstern oder Türen sind Rahmen, Glas und Griff sicherheitstechnisch sinnvoll aufeinander

abgestimmt.

Darauf sollten Sie bei der mechanischen Sicherung achten:

  • re und Tore nach DIN EN 1627:
    In der DIN-Norm EN 1627 ist ab RC 2 gewährleistet, dass die Gesamtkonstruktion von Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag keine Schwachstellen aufweist.
  • Schließzylinder:
    In eine einbruchhemmende Tür sollte ein Schließzylinder nach den Normen DIN 18252 bzw. EN 1303 eingebaut werden. Diese bieten Schutz gegen Abbrechen, Aufbohren und Herausziehen.
  • Gitter, Gittertüren und Kellerschachtroste:
    Kellerfenster, Kellerlichtschächte oder Nebentüren können mit zusätzlichen einbruchhemmenden Gittern, Gittertüren oder Kellerschachtrosten nach DIN 18106 (ab RC 2) gesichert werden.
  • Fenster:
    In der DIN-Norm EN 1627 ist ab RC 2 gewährleistet, dass die Gesamtkonstruktion von Rahmen, Beschlag und Verglasung keine Schwachstellen aufweist.
  • Rollläden nach DIN EN 1627:
    Rollläden nach DIN EN 1627 (ab RC 2) können Fenster oder Türen zusätzlich sichern. Wenn möglich, sollten Rollläden auf der Innenseite angebracht und per Zeitschaltuhren gesteuert werden können.
  • Alle Sicherungsmaßnahmen sollten nur durch einen seriösen Errichter durchgeführt werden.
  • Sonstiges:
    • Bepflanzung:
      Bäume oder Hecken, die sich nahe am Gebäude befinden, können von Einbrechern als Ein- oder Aufstiegshilfe genutzt werden. Achten Sie bei der Bepflanzung daher auf genügend Abstand zum Gebäude oder auf zusätzliche Sicherungen den betroffenen Türen und Fenster.
    • Aufstiegshilfen:
      Mülltonnen, Leitern oder andere Gegenstände am Haus können von Einbrechern ebenfalls als Einstiegshilfe genutzt werden. Bewahren Sie solche Gegenstände am besten nicht leicht zugänglich auf.
    • Beleuchtung:
      Licht schreckt Einbrecher ab – sorgen Sie rund um Ihr Haus für eine gute Beleuchtung, zum Beispiel mithilfe von Bewegungsmeldern.
    • Wertschutzschränke ( TRESOR )

Besondere Wertgegenstände oder -papiere sollten Sie möglichst in einem Bankschließfach aufbewahren. Wenn Sie sich für einen eigenen Tresor („Wertschutzschrank“) entscheiden, sollte dieser auf jeden Fall nach EN 1143-1 geprüft sein und eine Prüfplakette tragen. Zertifizierer von Wertschutzschränken sind etwa der VdS (Vertrauen durch Sicherheit) sowie die ESSA (European Security Systems Association). Der Tresor sollte außerdem mindestens über den Widerstandsgrad (WG) 0 verfügen.

Darauf sollten Sie bei Wertschutzschränken achten:

  • Tresore sollten stets verdeckt aufgestellt werden.
  • Achten Sie darauf, dass der Wertschutzschrank gemäß den Herstellerangaben fachmännisch montiert wird. Ggf. muss er fest im Mauerwerk verankert werden.
  • Verwahren Sie den Schlüssel oder die Zahlenkombination für den Tresor nicht im Haus auf!
  • Geldkassetten oder nicht zertifizierte Blechschränke eignen sich nicht zum Schutz gegen Einbrecher.

Weiteres Zum Einbruchsschutz

Beiträge der Polizei

So schützen Sie sich vor Einbrechern

  • Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab.
  • Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.
  • Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück.
  • Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei.
  • Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit, wie z. B. in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter.